Artikel drucken24.12.2004 |
Jesus in Hannover - Teil 1 |
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Ausschnitt aus meiner Lebensbiographie ...Mein Weg führte mich in der ersten Woche nach getaner Arbeit in die Stadt. Eine ganz andere Welt tat sich auf, als das, was ich bis dahin gesehen hatte. Menschenmassen durchfluteten die nicht enden wollenden Fußgängerzonen. Scheinbar stinkreiche Menschen mischten sich mit dem Mittelstand, ...mehr die geschäftig ihre Plastiktüten durch immer neue Geschäfte trugen und den vielen Obdachlosen, die an den Seitenrändern saßen um zu betteln. Geschäfte an Geschäfte zogen sich durch die Fußgängerzonen und für jeden Kunden schien es eine geeignete Anlaufstelle zu geben. Im Bahnhofsbereich bettelten junge Mädchen "um ne Mark", hinter dem Bahnhof saßen etwa 20 Schwarzafrikaner, die bekannt dafür waren, mit Heroin sich immer neue Süchtige heranzuziehen und ihre Kundschaft lag oder saß oft apathisch an irgendwelchen Stellen in der Innenstadt. Keiner schien sich um diese armen Seelen zu kümmern. Nur ein bildhübsches Mädchen von etwa 18 Jahren, die ohne Slip mit hochgezogenen Rock auf einer Bank mitten in der großen Fußgängerzone gerade ihre süchtigen Träume durchlebte, erntete gierige Blicke von den Männern und kopfschüttelnde Gesten von den Frauen. Zum Abschluss meiner täglichen Tour landete ich im Steintorviertel, denn dort gab es eine Fleischerei, in der gegrillte Fleischgerichte, Hähnchen und auch belegte Brötchen zu relativ günstigen Preisen angeboten wurden. Zusammen mit einer kleinen Dose Cola und ein halbes Hähnchen bildete dies dann meistens meinen Abschluss als Abendbrot, das ich meist draußen an einem Stehtisch zu mir nahm. Dort, etwa 50 Meter entfernt, hatten sich immer Gruppen von Obdachlosen versammelt, die nicht selten Passanten angrölten, einen Berg leerer Bierdosen um sich herum angehäuft hatten und ständig von Polizisten aufgesucht wurden. Etwas abseits in einer Nische des Seiteneinganges einer Wäscherei fiel mir ein Mann auf, der augenscheinlich ebenfalls obdachlos sein musste. Dieser Mann saß schon die ganze Woche dort, ich hatte ihn zwar registriert, bis dahin aber nie näher über ihn nach gedacht. Er erinnerte mich an Hans Kersten. Er schien das Alter von Hans zu haben, war ebenfalls sehr groß, schlank und schlaksig, hatte aber schulterlanges Haar und einen langen dichten grauen Vollbart. Er war anders als die grölende und pöbelnde Meute. Nie habe ich diesen Mann mit einer Flasche Bier oder einer Flasche Schnaps gesehen. Immer stand eine angebrochene Flasche Wasser auf dem Boden. Er trug einen sehr schmuddeligen Parker, die Hose war als solche nicht zu identifizieren und seine Schuhe lösten sich nach der sicherlich schon ewig langen Tragezeit sichtbar in ihre Einzelteile auf. Bekannte oder Freunde schien er nicht zu haben. Apathisch saß er auf seinem schmuddeligen Schlafsack und wackelte oft mit seinem Oberkörper in die Zeit hinein, dabei erinnerte er mich an die Bewegungen meines Bruders Cornelius. Irgendwann griff er in die Tasche seines Parkers und holte eine kleine verbeulte Blechdose heraus ...Teil 2 (Link: http://www.wilhelm-janssen.de/news/artikel-4-jesus-in-hannover-teil-2.html) Beitrag aus der Rubrik Erlebnisse Artikel von http://www.wilhelm-janssen.de/
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