Ob man möchte oder nicht, die Heimat hängt einem immer nach.
Ich persönlich lebe seit nunmehr 15 Jahren außerhalb von
Ostfrieslands und doch kann ich meine Herkunft nicht verleugnen.
Zunächst ist dort die verbale Sprache. Obwohl ich für mich
behaupte, ich spreche ein reines Hochdeutsch, muss ich mich von meinen
Mitmenschen eines besseren belehren lassen. Zumeist empfindet mein Umfeld
meine norddeutsche Aussprache als schön und angenehm. Die Menschen,
die es dann nicht schön finden, unterhalten sich erst gar nicht
mit mir und ... und da kommt das nächste Erbe: .... ich merke es
persönlich meistens gar nicht, wenn mich andere Menschen meiden.
Selbst aber, wenn ich "die Klappe" halte, zeigt meine nonverbale
Sprache eine ganz deutliche Herkunft. Zumeist werde ich von meinen Mitmenschen
als "nordisch Herb" eingestuft, der mit seiner äußerlichen
Gelassenheit" einen typischen Ostfriesen zu Tage bringt (so mein
Umfeld). Viele Menschen finden diese Art als angenehm, andere können
sich darüber maßlos aufregen. In diesem Fall registriere
ich gerade die negativen Reaktionen sehr genau, weil ich einfach solchen
Menschen ..... im wahrsten Sinne des Wortes ..... nichts getan habe
und deshalb nicht verstehen kann, warum man meine Art nicht akzeptieren
will. Vielleicht bin ich in dieser Hinsicht noch etwas neurotisch behaftet,
ich habe bis dato noch nicht weiter darüber nachgedacht.
Insgesamt aber bleibt meine Heimat meine Heimat. Ich merke selber,
dass ich sofort mit Küstenmenschen ins Gespräch komme und
da ist es egal, ob sie von der Nordsee oder Ostsee kommen. "Man(n)
spricht einfach die gleiche Sprache!"
Oft hatte ich schon den innerlichen Wunsch, wieder in meine ostfriesische
Heimat zu ziehen. Dort brauche ich mich nicht mit anderen Sitten meiner
Mitmenschen auseinander zu setzen und dort versteht auch jeder meine
nonverbale Sprache.
Etwas traurig bin ich über die Tatsache, dass ich seit nunmehr
fast 5 Jahren alleine lebe. Irgendwie passen die Damen hier nicht zu
mir, wenigstens ist mir bis dato meine Herzdame noch nicht über
den Weg gelaufen. Ich denke, eine Ostfriesin könnte mich dagegen
ganz schnell mit Tee, deftiges Essen und häusliche Gemütlichkeit
locken.
Wer weiß!