Ob Sie es glauben oder nicht, ich arbeite gerne ! Ich arbeite wirklich
gerne ! Man könnte auch sagen, die Arbeit ist mein Leben. Oder?
.. ich rede es mir einfach nur ein, kann ja auch sein.
Auf der anderen Seite habe ich einfach Freude daran, etwas zu schaffen.
Wenn es denn dann nicht im Büro ist, dann ist es an der Werkbank
oder im Garten. Einfach dazusitzen und gar nichts machen, das empfinde
ich als langweilig.
Viele Menschen gehen oder fahren auch gerne in die Stadt um dort in
einem Straßenkaffe andere Menschen zu beobachten. Ich meine, ich
gehe auch ab und an mal in eine Bäckerei oder auch in eine mir
bekannte Bierkneipe, um dort mal ein "Käffchen" zu trinken.
Zu meiner Schande muß ich aber gestehen, dass ich die Menschen
um mich herum einfach nicht sehe. Irgendwie interessieren mich die anderen
Menschen nicht und warum sollte ich diese dann beobachten sollen ?
Wenn ich an meine Arbeit denke und wenn ich dann so an meine Mitmenschen
denke, dann "denke ich" ... ich bin einfach ein Exot, den
es so nur noch selten in Deutschland gibt. Die meisten Menschen um mich
herum beschäftigen sich auch selbst während der Arbeitszeit
mit ihrer Freizeit und in ihrer Freizeit sowieso. Die wenigsten (in
meinem Umfeld) kommen auf die Idee, außerhalb der "Firma"
noch einmal über berufliche Dinge nachzudenken oder berufliche
Gedanken "zu Hause" noch weiter zu entwickeln.
Ich habe einfach Freude daran, etwas zu schaffen. Oft habe ich in meiner
Freizeit mehr geschafft als auf meiner Arbeit. Vielleicht kommt das
auch davon, dass ich ... vielleicht?... etwas "schwerfällig"
in meiner geistigen Beschäftigung bin und dadurch etwas mehr Zeit
benötige, als andere (geistig befähigte) Menschen. Dummerweise
gewinnt man immer irgendwie einen gewissen Vorsprung gegenüber
andere, wenn man sich nach der Arbeit noch hinsetzt und gewisse Dinge
nacharbeitet.
In meinem beruflichen Leben wurde mir meine "Nacharbeit"
schon öfter zum Nachteil ausgelegt, weil mein Umfeld einfach ...
Angst ... bekommen hat. Durch viel Lesen hatte ich mir beispielsweise
Wissen angeeignet, wofür meine Arbeitskollegen in ihren "Sonnenstühlen"
keine Zeit hatten. So wurde ich dann oft als Fachmann geschätzt,
mit mir privat aber einmal ein Bier trinken gehen, wollten die wenigsten.